K wie Kindermund: Ein Vogel, zwei …?

T. (5 Jahre)  wird bei der Einschulungsuntersuchung ein Buch gezeigt, auf der einen Seite ist immer ein Gegenstand oder Lebewesen in der Einzahl abgebildet, auf der anderen Seite in der Mehrzahl. Das Vorschulkind soll den begonnen Satz der Ärztin jeweils vervollständigen. T. hat schon einige Seiten erfolgreich hinter sich gebracht, da kommen sie zu den Vögeln. „Das ist ein Vogel und das sind zwei …?“; sagt die Ärztin. „Vogel“, vervollständigt der Junge. Die Ärztin sagt nichts und macht erst einmal mit anderen Bildern weiter. Dann blättert sie wieder zurück. „Das ist ein Vogel und das sind zwei …?“  „Vogel“ lautet erneut die Antwort. Sie macht zunächst wieder weiter. Dann kehrt sie erneut zurück zu den Vögeln. „Das ist ein Vogel und das sind zwei …?“ Das Kind leicht genervt, rollt schon mit den Augen und sagt dann: „Piepmätze!“

Werbeanzeigen

A wie alleine lassen: Ab wann kann ich mein Kind alleine lassen?

Das ist mal wieder eine sehr schwierige Frage und zugleich wohl auch eine sehr individuelle und persönliche Entscheidung. Wir haben unseren Krümel noch nie alleine gelassen (mit Ausnahme von: ich gehe mal eben zum Glascontainer, der nur 50 Schritte oder so vom Haus entfernt steht) – bis jetzt.

Aber mal von Anfang:Wir hatten vor ein paar Monaten schon einmal kurz das Thema, mein Mann und ich. Und auch mit ein paar anderen habe ich darüber gesprochen, habe es dann aber schnell von mir weggeschoben und gesagt: Er ist doch erst 5! Mit 6 Jahren oder so können wir damit auch noch anfangen, ist früh genug.

Nun ist es aber so, dass unser Krümel in der Tat ja gar nicht mehr so klein ist und wirklich schon ziemlich selbständig (wenn er denn will). Dazu kommt, dass er manchmal echt ein Stubenhocker ist. Und beim letzten Mal, als wir beide Erwachsenen raus gehen wollten, eine Runde drehen, Junior aber partout nicht wollte und ich keine Lust auf lange Diskussionen hatte, haben wir es einfach gemacht. Wir haben ihm die Wahl gelassen: Entweder du gehst mit raus oder du bleibst alleine hier. Er hat sich für letzteres entschieden. Wir haben ihm auf dem Telefon Kurzwahltasten eingerichtet, worüber er uns schnell auf dem Handy erreichen kann (Papa hat die Taste 2 und Mama die Taste 3) und ihm noch einmal eingebläut, dass er niemanden hereinlassen soll, wenn es an der Tür klingelt. Gesagt, getan.

Wir waren fünf Minuten unterwegs, da klingelte bei meinem Mann das Handy. Der Anruf kam von unserem Festnetzanschluss. Unser Sohn sagte allerdings auch nach mehreren Nachfragen nichts. Telefonieren war noch nie so sein Ding. Nach weiteren 10 Minuten waren wir auch schon wieder zuhause. Es war alles in Ordnung, er saß im Kinderzimmer und spielte. Warum er nichts gesagt hatte? Er hätte nichts gehört. Aha! Der Krümel hat es nicht direkt gesagt, aber man konnte schon merken, dass er sehr stolz war alleine zuhause geblieben sein zu dürfen. Ist ja auch verständlich, wieder eine Sache mehr, die die Erwachsenen ihm zugetraut haben, natürlich wächst man da gleich ein Stück.

Das Telefonieren, also wie gehe ich mit eingehenden Anrufen an und wie tätige ich selbst einen, übten wir im Folgenden dann noch einmal.

Heute dann der zweite Versuch. Aber ihr bleibt genauso lange weg wie letztes Mal? fragt er noch ,bevor wir gehen. Ungefähr so lange, vielleicht ein bisschen länger. Als wir zehn Minuten gegangen sind, klingelt mein Handy: Wo seid ihr? Was macht ihr? Es hat noch niemand geklingelt.  Das ist gut, wir erwarten auch niemanden. Alles klar. Ist alles in Ordnung bei dir? Ja. Ok, dann legen wir jetzt auf. Tschüss.

Keine 5 Minuten später, ruft er erneut an: Mama, ich bin ein kleines bisschen ängstlich alleine, aber nur ein bisschen. Du brauchst keine Angst haben, du bist zuhause, du kennst dich dort aus, du hörst deine Kassette und spielst mit deinen Autos, alles ist in Ordnung  und wir sind auch bald wieder zuhause. Ok Mama, tschüss. Wir sind diesmal eine gute halbe Stunde unterwegs.

Wir haben vor ihm eine Art Telefonbuch anzulegen. Und zwar wollen wir weitere Tasten mit einer Kurzwahl versehen z.B. noch zu Oma und Opa. Die Zahlen schreiben wir auf ein Blatt Papier und daneben werden die Fotos der dazugehörigen Personen geklebt.

Und wie ging es mir damit? Ich fand es, ehrlich gesagt, gar nicht so schlimm, wie ich es vor ein paar Monaten noch gedacht hätte. Ich kann meinem Sohn vertrauen und traue ihm generell, glaube ich , auch eine Menge zu, aber natürlich mache ich mir trotzdem Gedanken und möchte nicht, dass ihm etwas passiert. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir in Zukunft weiter solche kleinen Spaziergänge ruhigen Gewissens ohne ihn machen können und das dann langsam steigern können.

Wann habt ihr eure Kinder das erste Mal alleine gelassen?

V wie Vorsorgeuntersuchung: U 9

Die U 9 findet bei Kindern um die 5 Jahre herum statt, genauer gesagt zw. dem 60. und 64. Lebensmonat. So auch heute bei unserem Krümel.

Ich muss sagen, heute fand ich die Untersuchung mal richtig ausführlich im Vergleich zu dem, was wir bisher erlebt haben. Liegt es an der Untersuchung bzw. ihren Vorgaben selbst oder vielleicht doch eher an der Ärztin ,für die wir uns im letzten Jahr innerhalb der Praxisgemeinschaft entschieden haben?

Zunächst war ich gefragt. Ich durfte einen Fragebogen (s. Foto) zum Entwicklungsstand unseres Sohnes ausfüllen und konnte ehrlicherweise alles mit ja ankreuzen.

Die eigentliche Untersuchung bestand darin, dass mich die Arzthelferin zunächst nach Auffälligkeiten bei ihm fragte. Konnte ich verneinen. Mit Messen und Wiegen ging es weiter.

Dann war Krümel gefragt. Es wurde getestet, ob er Farben erkennen und benennen kann, dann durfte er auf so einer Wackelbild-Karte Gegenstände erkennen und benennen.

Dann kam die Ärztin ins Spiel. Sie untersuchte ihn körperlich, inklusive Genitalien. Sie ließ ihn laufen, auf je einem Bein hüpfen, auf Fersen und auf Zehenspitzen laufen. Sie stellte ihm Fragen zum Kindergarten etc. Dann sollte er sich auf die Erde setzen und schnell aufstehen. Zuletzt zeichnete sie ein Dreieck, ein Viereck, einen Kreis und ein Kreuz und bat ihn die Formen nachzumalen. Das tat er dann auch ohne Probleme und dabei konnte sie gleich sehen, wie die Stifthaltung war und sie war in Ordnung. Wunderbar! Test bestanden 🙂 Jetzt gibt es den Eintrag „Entwicklung altersgemäß“ ins gelbe Heftchen.

Oder bei einem Auto würde man sagen, es ist über den TÜV gekommen. Unser Krümel bekam zum Schluss der Untersuchung den standartmäßigen kleinen roten Kirschlolli, von dem er schon seit gestern geredet hat.

20180625_143925

P wie Pauken und Polypen

Man hört es immer wieder, eine beliebte OP bei Kleinkindern ist die, wo ein Trommelfellschnitt gemacht wird, Paukenröhrchen eingesetzt und Polypen entfernt werden. Hierbei geht es um den Paukenerguss, der nichts anderes bedeutet, als dass sich Wasser im Ohr, also hinterm Trommelfell, ansammelt, das langsam zu einer  festeren Masse wird. Dadurch wird die Schwingung des Trommelfells beeinträchtigt,was dazu führt, dass das Kind schlechter hört und somit eine verzögerte oder schlechte Sprachentwicklung einhergehen kann. Gleichzeitig sind die Polypen, das sind die Rachenmandeln, vergrößert, die es erschweren, dass bei Erkältungen Schleim abfließen kann und auch den Gang zu den Ohren beeinträchtigt ist. Es kommt zu häufigen Mittelohrentzündung, überdurchschnittlich oft Schnupfen, Schnarchen, Herumlaufen mit offenem Mund (weil man durch die Nase so schlecht Luft kriegt) und und und. Das alles sind typische Anzeichen für Paukenröhrchen-und Polypen-Entfernung-Kandidaten.

Mit 5-6 Jahren ist das kritische ALter für oben genannte Anfälligkeiten vorbei, weil sich erstens die Polypen mit steigendem Alter zurückentwickeln und das Kind ja auch insgesamt wächst, sodass sich das Verhältnis ändert.

Warum schreibe ich das alles hier?

Unser Sohn hatte letztes Jahr im Frühjahr einmalig (bis jetzt) eine Mittelohrentzündung. Danach wurde im Juni bei einer Vorsorgeuntersuchung ein Hörtest gemacht. Dieser fiel ziemlich schlecht aus. Wir wurden darauf zum Facharzt für Hals-Nasen-und Ohren geschickt. Dieser stellte oben besagtes Wasser im Trommelfell fest und eine Erkältung hatte er zeitgleich auch noch. Ich glaube ihm wurde Antibiotikum, Nasenspray und Globuli (apis melifica) verschrieben. Gleichzeitig sollte er Druckausgleich machen und vermehrt aus Strohhalmen trinken, zum Training.  Danach gab es engmaschige Kontrollen, mal im 4-Wochen Abstand, mal im dreimonatigen Abstand, besonders aber in den kritischen Monaten von Oktober bis Ostern. Der Arzt sagte gleich, dass es ihn freuen würden, wenn wir es mit Medikamenten in den Griff bekommen und um eine OP herum kommen würden. Das ging auch gut, bis vor einigen Wochen. Mal hatte er Wasser hinterm Trommelfell, teilweise fiel uns auch auf, dass er schlechter hörte, mal war es nicht so. So ging es bis vor ein paar Wochen, als wir wieder mal dort waren. Ich weiß nicht, ob der eigentlich sonst kompetente Arzt einen schlechten Tag hatte oder sein Kollege noch ein paar OP-Termine frei hatte, auf jeden Fall waren die Werte vom Krümel an dem Tag etwas schlechter und er sagte plötzlich um eine OP würde man nicht mehr herumkommen, obwohl unser Sohn ja eigentlich kein typischer Kandidat (siehe Beschreibungen oben) sei. Hä?????Nun ja, er gab uns eine Überweisung zu seinem operierenden Kollegen bzw. stellte auch die Möglichkeit in den Raum, dass man auch überall anders hingehen könne, er aber einfach sehr viel Erfahrung habe und er ihn deshalb bevorzugen würde. Wir sollten dort schon mal einen Termin für in 4 Wochen vereinbaren, um keine Zeit zu verlieren und eine Woche vorher noch einmal zu ihm kommen zur Kontrolle. Wenn dann alles gut wäre, könnte man die OP ja immer noch abblasen. Hä??? Also doch nicht so dringend?

Nun ja. Uns kam das gleich schon etwas spanisch vor, weil es uns, wie gesagt, gar nicht so dringlich vorkam, da viele der oben aufgeführten Symptome gar nicht zutreffen und er auch aus dem kritischen Alter mehr oder weniger raus ist. Wir haben uns eine zweite Meinung eingeholt, von einer HNO-Ärztin, die uns von einer Bekannten empfohlen wurde. Wir bekamen super schnell einen Termin, am Tag X mussten wir keine 5 Minuten warten, bis wir dran waren (bei ihrem Kollegen war es keine Seltenheit, wenn man trotz Termin eine Stunde gewartet hat). Sie hat den Krümel gründlich untersucht und sich die mitgebrachten Behandlungsunterlagen angesehen und ist zu dem gleichen Ergebnis gekommen wie wir zuvor auch. Eine OP  ist nicht nötig. Wir sollen in 3 Monaten noch einmal wiederkommen. Und so werden wir es auch machen.

 

F wie Fahrrad: 4. Teil

Und weiter geht es mit der Fahrrad-Geschichte, scheint eine never ending story zu werden.

Ich möchte mich kurzfassen und euch Details ersparen. Tatsache ist: Auch das wunderschöne neue Fahrrad, das er zum Geburtstag bekommen hat, inklusive der tollsten selbstgemachten Packtaschen ever und Rennfahrer-Fahrradhelm, haben nicht dazu beigetragen den Krümel erneut zum selber Radeln zu annimieren. Er möchte nicht. Punkt. Dabei bleibt er. Mehr verrät er nicht.

Natürlich haben wir schon in alle nur denkbaren Richtungen gedacht, kreuz und quer.

Natürlich haben wir schon alle möglichen Tricks angewandt.

Natürlich ist es mittlerweile ein Reizthema (was wir alleine deshalb schon am besten ruhen lassen sollten).

Aber Fakt ist: Die Eltern wollen etwas, was der Krümel so gara nicht möchte und nur weil es der Eltern Wunsch ist, ist es der des Krümels noch lange nicht.

Also üben wir uns weiterhin in Geduld, warten darauf, dass der berühmte Knoten platzt oder anders ausgedrückt die sogenannte sensible Phase da ist und der Krümel von selber radeln möchte.

Ein kleiner Trost bleibt: Wir sind im Besitz des hier schon einmal an anderer Stelle vorgestellten Follow-me-Tandems und können ihn somit samt Fahrrad an unseres schnallen und müssen so trotzdem nicht auf Radtouren verzichten.

Kindermund: „Einfach länger da bleiben“

Letzte Tage am Abendbrottisch frage ich so in die Runde, was wir denn eigentlich machen, sollte uns unsere Langzeitreise übergebührend gefallen und wir noch mehr wollen….immerhin war es ja nach den 4 Wochen Kanada nicht anders????

Großes Schweigen.

Dann sagt unser Sohnemann (5): „Wir packen einfach mehr Sachen in den Koffer und bleiben länger da!“

 

Ist doch logisch, oder?

Herzlich Willkommen!

Eine der treusten und eifrigsten Leserinnen und Kommentatorinnen dieses Blogs hat am Freitag ihren Sohn zur Welt gebracht! Damit gehörst du nun nicht mehr zu den Bald-Mamis, sondern kannst im Kreise der Mamis aufgenommen werden. Herzlich Willkommen!

Und auch den Nachwuchs, den kleinen Simon, möchte ich hier noch einmal recht herzlich bei uns auf der Welt willkommen heißen. Schön, dass du da bist.

Ich wünsche eurer kleinen Familie eine wunderschöne Eingewöhnungs-Beschnupper-Kuschel-Zeit in den nächsten Wochen und Monaten. Und freue mich, wenn ich die frischgebackene Mami weiterhin mit Infos rund ums Kind versorgen darf!

Und wieder geht ein wunderbarer Feuerwehr-Kindergeburtstag zu Ende

So ihr Lieben, ihr wartet bestimmt schon ganz gespannt über den Bericht zum diesjährigen Feuerwehrgeburtstag, stimmts?

Fragt die Kinder, wie es war und ihr werdet einstimmig hören: super!

Fragt die Eltern, wie es war und ihr werdet einstimmig hören: super. Ist es möglich, dass wir das zum nächsten Kindergeburtstag auch machen können?

Ich habe jetzt hier auch gar nicht vor so ins Detail zu gehen. Nur soviel: Der Feuerwehrmann R. hat sich alle Mühe gegeben und nicht nur ein Herz, sondern auch ein Händchen für Kinder. Er hat ihnen und uns Erwachsenen einen tollen, erlebnisreichen Nachmittag beschert und ganz nebenbei eine Menge Wissen vermittelt.

Es wurden Einsätze gefahren (auf dem Bobbycar), die Schläuche ausgerollt, gespritzt,was das Zeug hielt, das große Einsatzfahrzeug von innen und außen erkundet (ja, die Sirene war auch kurz zu hören), Verbände angelegt, der nächste Hydrant aufgesucht und der Wasserschlauch angeschlossen, die Feuerwehrmontur genaustens unter die Lupe genommen und und und

und das alles bei strahlend schönem Sonnenschein.

Die Kinder waren beschäftigt, vollaufbegeistert, um nicht zu sagen: Feuer und Flamme! Und das ist die Hauptsache.

Unser Feuerwehrmann liegt nun vollkommen erledigt im Bett und schläft. Wer weiß, vielleicht träumt er von seinem nächsten Einsatz.

 

 

 

20180407_160940IMG_0080

K wie Kindermund: „Papa, Sohn und Feuerwehrmann!“

Letzte Tage beim Abendbrot kamen wir irgendwie auf das Thema Verwandschaftsverhältnisse bzw. Rollen in der Familie zu sprechen. Ich beendete meinen Satz folgendermaßen: „…wenn du erwachsen bist, kannst du also auch ein Papa werden, das heißt Kinder haben und gleichzeitig bist du immer noch unser Sohn, daran ändert sich nichts.“ Es folgte kurzes Schweigen, unser Sohnemann (zu dem Zeitpunkt noch 4 Jahre) grübelte und fragte dann: „Ich  kann dann aber trotzdem auch noch Feuerwehrmann werden, oder?“